[Rezension] »Die Feuerreiter Seiner Majestät, 1: Drachenbrut« von Naomi Novik

Die Feuerreiter Seiner Majestät, 1: Drachenbrut« von Naomi Novik
»Die Feuerreiter Seiner Majestät, 1: Drachenbrut« von Naomi Novik

Titel: »Die Feuerreiter Seiner Majestät, 1: Drachenbrut« von Naomi Novik
Autor: Naomi Novik
Verlag: Blanvalet
ebook: ja
Taschenbuch: 480 Seiten

Ich liebe Drachen, in jeglicher Form. 🙂 Meine (un)heimliche Drachensucht hat mit Draco aus Dragonheart quasi begonnen und über Eragons Saphira bin ich einem freundlichen Tipp folgend zu Naomi Novik gekommen. Und ich muss sagen, ich bin schlichtweg begeistert. Vergesst Smaug, Saphira und Draco! Jetzt kommt Temeraire und der steckt euch alle in die Tasche. 🙂 allein der Umfang und die Detailtreure, mit der Naomi Novik ihre Drachen skizziert, ist schier unglaublich.
Meine Mädchen lieben »Die Drachenreiter von Berk« und die Serie ist wirklich der Hammer! Die Kids kennen unglaublich viele »phantastische« Drachenrassen und ihre unterschiedlichen Fähigkeiten und fachsimpeln darüber. Aber wenn sie alt genug sind und Naomi Novik lesen können, sorry, Ohnezahn, aber gegen einen Himmelsdrachen ist selbst der kleine Nachtschatten machtlos. Aber von vorne, damit ihr überhaupt wisst, worüber ich so schwärme.

Kurze Zusammenfassung von »Die Feuerreiter Seiner Majestät, 1: Drachenbrut« von Naomi Novik

»Die Feuerreiter Seiner Majestät, 1: Drachenbrut« von Naomi Novik spielt zur Zeit der Napoleonischen Kriege und wir befinden uns auf der Reliant, die unter dem Kommando von Kapitän Laurence eine fränzösische Fregatte aufreibt und übernimmt. Die Fregatte hat eine überaus seltene und kostbare Fracht an Bord: ein Drachenei.
Den Engländern wird bewusst, dass das Ei kurz vor dem Schlüpfen steht und um den Drachen für England zu gewinnen, muss er sofort nach dem Schlüpfen angeschirrt werden. Der Freiwillige, von dem sich das Tier anschirren lässt, wird sofort zu seiner Bezugsperson, seinem Lenker. Er ist dem Drachen somit verpflichtet, was keine weiteren Nebentätigkeiten zulässt, weder Familie noch einen anderen Beruf. Kaptiän Laurence zögert daher nicht und lässt unter seiner Mannschaft losen, wer sich um das Ei kümmern muss. Das Los fällt auf einen jungen Matrosen, doch als das Ei schlüpft und der Junge mit dem Geschirr bereit steht, ignoriert das Drachenjunge ihn einfach. Die Panik unter der Mannschaft ist groß, doch als das Junge ausgerechnet Laurence Aufmerksamkeit schenkt, zögert dieser nicht lange und legt dem Drachen das Geschirr an. Laurence ist damit klar, dass er seinen Posten als Kapitän sofort niederlegen muss und sich fortan um das Junge kümmert. Er gibt dem Kleinen den Namen Temeraire.
Das Problem der Reliant ist damit allerdings nicht gelöst, denn Temeraire wächst sehr schnell und frisst sehr viel. Innerhalb kürzester Zeit ist er so groß, dass das anfängliche Geschirr nicht mehr ausreicht. Während eines Sturms wird ein Mann über Bord gespühlt, Temeraire erkennt ihn als einen Freund, reißt sich los und Laurence mit und rettet den Mann. Temeraire findet Gefallen an Wasser und so fischt er fortan für sich selbst und Laurence kann ihn sogar reiten!
Als sie endlich Land erreicht haben, wird Laurence dem Korps der Flieger überstellt und von ihnen – wenn auch unfreundlich – aufgenommen. Der Versuch, Temeraire einen anderen Lenker anzubieten, scheitert kläglich und so landet Laurence in der harten Schule des Korps, wo er zum Lenker ausgebildet wird und Temeraire ebenfalls eine umfangreiche Ausbildung erhält.
Mit Laurences steifer Marinehaltung eckt er im doch recht umgänglichen Fliegerkorps immer wieder an und er muss sich nach und nach daran gewöhnen, dass sogar Frauen als Drachen-Lenker arbeiten. Aber er gewöhnt sich gut ein und wird bald vollwertiges Mitglied einer richtigen Kampf-Formation.

Meine Meinung zu »Die Feuerreiter Seiner Majestät, 1: Drachenbrut« von Naomi Novik

Mit »Die Feuerreiter Seiner Majestät, 1: Drachenbrut« von Naomi Novik hat die Autorin ein wunderbares Werk voll farbenprächtiger Drachen und unglaublich detaillierter Kämpfe geschaffen. Nicht nur das, ich habe Temeraire und sogar Laurence, trotz seiner steifen Haltung, sofort ins Herz geschlossen. Temeraire ist äußert klug und wissbegierig und obwohl Laurence anfänglich mit seinem Schicksal hadert – er hatte für sich bereits eine Ehefrau ausgeguckt und plante ein beschauliches Leben – vollzieht sein Charakter eine kaum merkliche Wandlung. Temeraire steht für ihn über allem, er vermisst weder »Verlobte« noch Familie, das Korps wird für ihn zur Familie.
Die Drachen werden bei Naomi Novik in mehrere Kampfklassen eingeteilt, die unterschiedlich im Krieg eingesetzt werden. Da gibt es kleine Drachen, die als Aufklärer und Kundschafter arbeiten, mittlere Drachen, die die Großen begleiten und dann die schweren Kampfgewichte, die eine große Besatzung tragen, mit Bomben und Waffen ausgestattet sind. Zu diesen schweren Kampfgewichten gehört Temeraire. Er trägt eine Besatzung in den Kampf, die munter über ein ihm angelegtes Geschirr herumklettern, Waffen einsetzen, Verletzungen versorgen, etc. Die Drachen werden damit zu Bombern, zur Zeit Napoleons!
Natürlich liegt der Fokus im Buch auf der Ausbildung und den Kämpfen, aber diese Schlachten sind so detailreich, man ist quasi mittendrin und ganz nah bei Temeraire und Laurence. Ich habe die Schlachten jedenfalls geliebt und natürlich die Gespräche!
Zu Beginn hadert Temeraire sehr mit sich selbst, sein verändertes Aussehen grenzt ihn von den anderen Drachen des Stützpunktes aus. Aber als man dann bemerkt, dass er in der Luft stehen kann und das er eine ganz besondere Rasse ist, ist er sehr stolz darüber. Er ist überhaupt ein sehr stolzes Wesen, das Musik und Mathematik liebt und Laurence ständig dazu nötigt, ihm aus Büchern vorzulesen.
Ach, ich habe das Buch so sehr genossen! Und der Anhang erst! Naomi Novik gibt einen wundervollen Überblick über ihre Drachenrassen, fügt wissenschaftlich angehauchte Erklärungen ein, zeigt Bilder der Drachen im Kampfgeschirr mit Besatzung! Ich bin absolut begeistert! So viel Liebe und Detailtreue habe ich selten erlebt.

Also eine klare Empfehlung: Wer Drachen mag, wird Temeraire lieben! Und natürlich Lily und Maximus und wie sie alle heißen.

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