[Rezension] Clannon Miller – “Valkyria – Elfensturm”

Clannon Miller, Valkyria - Elfensturm
Clannon Miller, Valkyria – Elfensturm

Der dritte und letzte Teil der Valkyria Saga von Clannon Miller “Valkyria – Elfensturm” hat mir vom ersten Satz an wunderbar gefallen. Die Geschichte um die acht Schwestern, die aus ihrer Heimat fliehen mussten und sich seit mehreren Jahren in unserer Welt – sie nennen sie abfällig Spiegelwelt – zurechtfinden müssen, ist schwungvoll erzählt, gespickt mit nordischen Sagenelementen und natürlich mit einer ordentlichen Prise Erotik ala Clannon Miller gewürzt.

Inhaltsangabe „Valkyria – Elfensturm“

„Valkyria – Elfensturm“ ist das große Finale der drei Bände und man weiß ziemlich genau, dass die Schwestern um einen Endkampf mit dem Rat der Drei nicht drumrum kommen werden. Dies scheint schier unmöglich, denn sie entziehen sich immer wieder jeglichen Angriffen.

Die Geschichte von „Valkyria – Elfensturm“ nimmt zu Beginn ein paar Abstecher in eine zwanzigjährige Zukunft. Dem Leser wird schnell klar, dass Lilis und Gunnarsons Angriff auf den Rat der Drei ziemlich misslungen war. Zentraler Dreh und Angelpunkt nach Lilis Verschwinden nach dem fatalen Fehlschlag in Budapest, wo der Angriff auf den Rat der Drei stattfand, ist Kimi, Wolfs und Karas älteste Tochter sowie Balder, Lokies genial erschaffener und einzigartiger Android. Sie und er sind der Schlüssel. Kimi ist in soweit von ausschlaggebender Bedeutung, weil sie ein Zeitreise-Gen besitzt, was es ihr ermöglicht, in einer Zeit durchaus mehrfach vorhanden zu sein. Genial finde ich an diesem Schachzug, dass es der Autorin somit unendlich viele Möglichkeiten gibt, Kimi einzusetzen. Aber nicht nur Kimi ist des Zeitreisens mächtig, auch Lili entwickelt sich im Verlauf der Handlung zu einer Art Super-Valkyria.

Ohne allzuviel vorwegzunehmen, denn das würde den Lesespaß sehr schmälern, kann ich nur sagen, dass man sich in einem rasanten, erotischen Zeitreiseabenteuer wiederfindet, teilweise so verwirrend und verwoben wie das Ändern der Zukunft nunmal ist. Erst am Ende lösen sich alle Handlungsstränge wunderbar auf, jede Valkyria bekommt einen wunderbaren Partner (*zwinker*). Wir lernen in der zwanzig Jahre umfassenden Geschichte sogar neue Charaktere kennen und lieben. Um die Handlung noch besser nachvollziehen zu können, bin sehr versucht, nochmal die ersten beiden Bände zu lesen.

Stil von „Valkyria – Elfensturm“

Wie immer wechselt der Protagonist von “Valkyria – Elfensturm” kapitelweise. Jeder Charakter erzählt in dem ihm gewidmeten Kapitel in der „Ich“-Perspektive. Das ist in soweit sinnvoll, weil dadurch die Handlung bei genau einem Charakter bleibt und nicht ständig hin und her springt. Man erfährt viel über die Gedanken, die den -nennen wir es – aktuellen Charakter bewegt, seine Ängste, Zweifel und Beweggründe. Der Leser entwickelt sofort Sympathien für den Charakter, wenn er ihm bei der Handlung quasi über die Schulter schielt.

Die Handlung wird zudem im Präsens erzählt – der Leser befindet sich also mitten im Geschehen.

Meine Meinung zu „Valkyria – Elfensturm“

Ich mochte Clannon Millers „Valkyria – Elfensturm“ vom ersten Wort und habe das Buch innerhalb kürzester Zeit ausgelesen. Dennoch war ich etwas enttäuscht. Der Stil erschien mir in den vorangegangenen Büchern flüssiger, freier. Bei „Valkyria – Elfensturm“ hatte ich das Gefühl, dass die Autorin gerne fertig werden wollte. Verständlicherweise, denn die Valkyria-Saga begleitet sie ja schon eine ganze Zeit.

Weiterhin habe ich so meine Probleme mit Superkräften. Lili Streitaxt wird zu Lili Elfensturm, ihre magischen Fähigkeiten werden in einer 16 Jahre andauernden Lehrzeit perfektioniert, bis sie den sogenannten Elfensturm beherrscht, so ne Art Superwaffe. Sie kann alles, kann Raum und Zeit durchschreiten, beherrscht einfach alles. Ich fand den Namensrunen-Sex ja schon sehr grenzlastig und ein wenig zu viel des Guten, aber diese Super-Lili ist wirklich stark über das Ziel hinausgeschossen. Okay, Lilis Weg dorthin war steinig und schwer und der Lohn ist grandios und natürlich gönne ich den Valkyria ihr Happy-End, aber so? Lili kommt mir ein wenig wie die berühmten Adler vor. G Ihr wisst schon, diese übermächtigen Wesen, die immer dann ausgepackt werden, wenn sich die Charaktere in ausweglose Situationen ala Frodo und Sam am Schicksalsberg nach Vernichtung des Ringes befinden. Ist klasse auf solche Super-Adler zurückzugreifen, aber irgendwie auch…. LANGWEILIG! Mir fehlt die einfallsreiche Lösung der ausweglosen Situation. Kimis Zeitreise entschädigt aber durchaus. Das kleine Ding hat ihre Aufgaben super gemeistert, auch wenn sie teilweise ziemlich durchgeschlittert ist. Das hat mir die Enttäuschung über Lilis Superkräfte etwas gemildert.

Dennoch habe ich das Buch selbstverständlich genossen. Der Plan, den Gunnarson-Loki ausgeheckt hat, war genial! Zeitreisen sind ja sowieso etwas für mich. 🙂

Achso, den Handlungsfaden in “Valkyria – Elfensturm” zu Rotgar hätte ich gerne noch etwas mehr ausgebaut vorgefunden. Er hat sich zu einem interessanten Charakter entwickelt und mich hätte wirklich interessiert, ob er dem Spiegelwelt-Gegenstück seiner ehemaligen Geliebten verfallen wäre. Wie sich ihre Geschichte wohl entwickelt hätte?
Alles in allem lesenwerte, kurzweilige Lektüre! 🙂

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Quelle Titelbild: http://www.amazon.de

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