Was Schreiben für mich bedeutet

@consul_skg / pixabay.com - Schreiben
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Schon als Kind war ich ein äußerst phantasievoller Geist. Mit Hingabe habe ich Geschichten jeglicher Art verschlungen. Sei es nun in Film und Fernsehen oder in Form von schriftstellerischen Werken.
Ihren Höhepunkt hatte mein phatansievolles Kopfkino dann erreicht, als ich anfang, bereits vorhandene Charaktere in neue Handlungsstränge einzuflechten. Manche Serien belohnten ihre Zuschauer in den 90er Jahren nur wöchentlich mit einer neuen Episode aus dem Leben der Helden! Für mich war das die reinste Folter! Damals gab es noch kein Netflix & Co. Serien zu schauen hieß vor allem eines: warten!
Buchreihen empfand ich als noch viel bösartiger! Tagelang habe ich am Leben der Protagonisten teilgenommen, mit ihnen gelitten und gefiebert und schlussendlich das Abenteuer erfolgreich beendet. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge habe ich mich von ihnen verabschiedet und mich auf die Fortsetzung gefreut! Welch Qual, wenn die Fortsetzung noch gar nicht geschrieben, geschweige denn erschienen war! Wie sollte ich das nur aushalten!

Schreiben als Ventil für unvollendete Geschichten

Mir blieb also nur die Flucht nach vorn: Ich musste – ich konnte gar nicht anders – die Handlungsstränge selber weiterentwickeln. Zunächst habe ich dies Nacht für Nacht für mich alleine getan. Sobald ich die Augen geschlossen hatte und im Bett lag, begann mein privates Kopfkino. Abenteuer wurden weiterentwickelt, neu arrangiert und zu immer komplexeren Geschichten ausgearbeitet. Manchmal konnte ich mich gar nicht entschieden, welches Abenteuer ich heute erleben sollte! Selbstverständlich habe ich mich an Wiederholungen ergötzt und bin jedes Mal ein wenig weiter gegangen. Was für eine wunderbare Zeit.
Als ich dann die Fanfiction für mich entdeckt hatte, war der Weg zum eigenen Schreiben nicht mehr weit.
Normalerweise erlebe ich mich immer nur als Zuschauer einer Geschichte. Ich begeleite die Helden auf ihrem weg, folge ihnen als unbeteiligter Beobachter. Am Anfang steht immer die Ausgangssituation, ein Ereignis, das ungewöhnlich aus dem Alltag der Protagonisten hervorsticht. Dabei sind meine Helden meist Randpersonen, niemals die Helden einer Serie. Ich liebe Außenseiter, zwielichtige Gestalten, Typen, die etwas zu verbergen haben reizen mich um so mehr. Und dann folge ich ihnen: ÜBERALL hin. Ich bin also nichts weiter als ein von einer Person besessener Stalker. Mein Kopfkino geht dabei vollkommen eigene Wege, meine Auserwählten tun, was sie wollen, mit wem sie es wollen und wann sie es wollen. Ich bin mir selbst manchmal nicht sicher, ob ich überhaupt in die Geschichte eingreifen kann. Und eines ist sicher: Wo die Geschichte endet, weiß ich am Anfang nie! NIEMALS! Ich bin lediglich das Werkzeug, dass sie für andere aufschreiben darf. Welchen Sinn hätte mein Kopfkino denn auch, wenn ich es nicht teilen dürfte?

Und wie fühle ich mich beim Schreiben?

Manchmal fühle ich mich zwar beim Schreiben ausgenutzt – jawohl, ausgenutzt von euch undankbaren Kopfkino-Darstellern – aber ich habe gelernt, damit zu leben. *grins*
Am Ende wird hoffentlich eine gelungene Geschichte für euch – liebe Leser – herauskommen.

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